Der Landesverband vor Ort, 2011
Donnerstag, 22. Mai 2014

Bericht über die Mitgliederversammlung 2014

Aktuelle Gesetzgebung und aktuelle Rechtsprechung des BGH zum Mietrecht

RA Manfred Nikui, RA Lars Haidacher, RA Eberhard Kleine, RA Markus Streng (v.li.n.re.)

Mitgliederzuwachs ohne Ende

Etwa 180 Mitglieder von Haus & Grund Fürstenfeldbruck hatten sich zur Jahreshauptversammlung 2014 im großen Saal des Bürgerhauses Emmering eingefunden, wo RA Eberhard Kleine, 1. Vorsitzender des „Brucker Vereins“, in einem umfangreichen Geschäftsbericht nur Positives zu vermelden hatte: Der Verein verzeichnet seit 2005 einen kontinuierlichen Mitgliederzuwachs; zum 1.1.2014 zählte er 1.557 Mitglieder - über 30 Prozent mehr als 2005. Diese ungebremste Mitgliederentwicklung führt Kleine insbesondere auf die regelmäßig stattfindenden Beratungen durch ihn und seine Kollegen, die Rechtsanwälte Markus Streng und Lars Haidacher, zurück.

Überarbeitete Energieausweise, neue Heizkessel und schärfere Energierichtlinien für Neubauten - das waren die Themen, über die RA Manfred Nikui, Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, referierte. Mit der EnEV 2014 will die Bundesregierung die Energieeffizienz von Immobilien erhöhen, sagte Nikui. Er gab einen Überblick, was sich für Hausbesitzer ändert:

Energiesparausweis

Der neue Energieausweis soll auf den ersten Blick Klarheit über den Energieverbrauch einer Immobilie bringen, so RA Manfred Nikui. Neu ist, dass seine Vorlage aber jetzt - spätestens bei der Besichtigung - zur Pflicht wird. Bisher war dies nur notwendig, wenn Mieter oder Käufer es ausdrücklich verlangten. Nikui wies darauf hin, dass bislang die Energieausweise nur die Kennwerte zum Energiebedarf oder -verbrauch enthielten. Nikui: „Ausweise, die ab dem 1. Mai nun neu ausgestellt werden, müssen auch die neue Einteilung in Energieklassen enthalten.“

Neue Heizkessel

Wie RA Manfred Nikui weiter erklärte, werden andere Regelungen der EnEV 2014 erst 2015 oder gar 2016 in Kraft treten. Er empfahl dennoch, sie bereits jetzt einzuplanen. Ab 2015 müssen sogenannte Konstanttemperaturheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Darunter fallen auch Öl- und Gasheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden. Eine wichtige Ausnahme: Hauseigentümer, die im Februar 2002 mindestens eine Wohnung in ihrem Haus selbst bewohnt haben, sind von der Neuregelung ausgeschlossen, so Manfred Nikui.

Die energetischen Anforderungen an Neubauten verschärfen sich erneut, aber erst ab Januar 2016. Der bis dahin zulässige jährliche Primärenergiebedarf muss dann um 15 Prozent niedriger und die Wärmedämmung der Gebäude um durchschnittlich 20 Prozent besser sein, so der Verbandsjurist.

Altbaudämmung

Die EnEV 2014 sieht vor, wie die obersten Geschossdecken zu dämmen sind. Diese Pflicht besteht schon seit 2011, bislang war aber nicht klar, welche Decken gemeint sind, so RA Manfred Nikui. Betroffen sind jedenfalls alle Decken beheizter Räume, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss grenzen. Klar ist nun, dass alle Decken, die nicht der DIN-Norm entsprechen, bis 2015 extra gedämmt werden müssen. Und: Nikui stellte klar, dass derjenige, der gegen die neuen Regeln der EnEV 2014 verstößt, eine Ordnungswidrigkeit begeht, die mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro geahndet werden kann.